
Warum verschwinden manchmal Unternehmen in kürzester Zeit vom Markt? Schauen wir uns den Fall Kodak einmal genauer an. Im Jahr 2012 stellte Kodak, einst Weltmarktführer im Bereich Analogfotografie, einen Insolvenzantrag.
Was war geschehen? Hatte Kodak den Trend zur Digitalfotografie verschlafen oder den Anschluss im Technologiewettbewerb verloren?
Weder noch!
Kodak selbst hat die Digitalfotografie 1975 erfunden! Über Jahre hielt man alle relevanten Patente und verdiente mit deren Lizensierung Milliarden. Nur brachte Kodak selbst keine Digitalkameras auf den Markt, weil man das lukrative Geschäft mit Fotofilmen nicht gefährden wollte. Erst als der Siegeszug der Digitalfotografie nicht mehr zu stoppen war, stieg Kodak in den Markt ein. Zu spät! Für Kompetenz in der Digitalfotografie standen andere, u.a. die Kodak-Lizenznehmer, der Launch misslang total.
Kodak war verliebt in sein über viele Jahre erfolgreiches Geschäftsmodell, wollte oder konnte nicht rechtzeitig loslassen!
Harvard-Professor Clayton Christensen spricht in diesem Zusammenhang vom „Innovator’s Dilemma“. Statt in ihre Zukunft zu investieren und sich selbst neu zu erfinden, verteidigen Unternehmen das, was sie erschaffen haben. Ihr Erfolg wird ihnen zum Verhängnis!
Dass es auch anders geht, hat Fuji, Kodaks Konkurrent aus analogen Zeiten, demonstriert. Fuji erkannte und akzeptierte schnell, dass der Digitalfotografie die Zukunft gehören würde, doch dass sich mit Digitalfotografie niemals so hohe Umsätze und Margen erzielen ließen wie mit analogen Filmen – und suchte deshalb zügig nach neuen Geschäftsfeldern.
Inzwischen erwirtschaftet Fuji nur noch einen kleinen Teil seines Umsatzes mit der Fotografie, der Großteil der Einnahmen kommt aus Grafiksystemen, Büroausrüstungen, Medizintechnik und Kosmetik.
Strategien müssen mutig umgesetzt werden! Wer zaudert agiert nicht zukunfts-, sondern vergangenheitsorientiert und wird mit und von der Zeit überrollt werden!
0 Kommentare
Eine Antwort hinterlassen
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.