Daten und Wissen – was heißt hier Pornographie?

Daten und Wissen – was heißt hier Pornographie?
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In meinem kurzen Beitrag http://www.valuecom.de/index.php/2016/02/03/big-data-information-ist-eine-pornographische-form-des-wissens/ hatte ich Byung-Chul Han zitiert:

„Die Information ist eine pornographische Form des Wissens. Ihr fehlt die Innerlichkeit, die das Wissen auszeichnet. Das Wissen spannt sich zwischen Vergangenheit und Zukunft, die Information bewohnt dagegen die geglättete Zeit aus indifferenten Gegenwartspunkten.“

Wie erklärt Han selbst seine provozierende Aussage? (zitiert aus einem Interview mit ZEIT Wissen 09/2014)

Die Information … :

Big Data wird für die Steuerung des menschlichen Verhaltens eingesetzt. Und „wenn die Entscheidungen, die wir treffen, in dem Gefühl, frei zu sein, total manipuliert sind, ist unser freier Wille gefährdet.“

… ist eine pornographische Form … :

Das Erotische verdankt sich der „Inszenierung eines Auf- und Abblendens“ (Roland Barthes), die lückenlose Sichtbarkeit in der Pornographie dagegen „zerstört den Blick, vernichtet das Imaginäre“.

… des Wissens:

Wissen beruht auch auf der Erfahrung. „Ein Meister verfügt über Wissen. Heute leben wir mit einem Terror des Dilettantismus.“

So sehr ich die Lektüre von Byung-Chul Hans Büchern empfehlen kann, ging es mir in meinem Artikel eigentlich nur um folgendes:

Strategien müssen auf Basis von Zukunftsszenarien formuliert werden, da sie sich auf die Welt von morgen beziehen. Diese entwickelt sich aber nicht linear, Explorationen aus der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft ignorieren innovative Sprünge.

Big Data kann fraglos die Formulierung kluger Strategien unterstützen. Richtig interpretiert macht Big Data Strukturen des Konsumentenverhaltens sichtbar. Aber – und da bin ich wieder bei Han – ein Algorithmus kann wie eine Maschine nicht mehr hervorbringen, als er aufgenommen hat. Der menschliche Geist dagegen kann das, kann sogar „etwas ganz anderes hervorbringen, als das, was er aufgenommen hat.“

In anderen Worten: es kommt auf die richtige Interpretation der Daten an. Und dafür braucht es die Zeitdimension des Wissens.

Daten sind eine notwendige, Wissen eine hinreichende Bedingung kluger Strategien.

 

 

 

 

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